Achim

Kontinuierliche Messung der Glukose

So funktioniert CGM

Mit einem kontinuierlichen Glukosemesssystem, kurz CGM, haben Sie rund um die Uhr Ihre Glukosewerte im Blick – ohne häufiges lästiges Pieksen in den Finger, um den Blutzucker zu messen.

Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, wie die kontinuierliche Messung der Glukose (CGM) im Gegensatz zur Blutzuckermessung funktioniert und welche Vorteile Sie mit einem CGM-System im Alltag haben.

Ein kleiner Sensor am Oberarm misst kontinuierlich und völlig automatisch den Glukosespiegel in der Gewebeflüssigkeit unter der Haut und sendet die Daten minütlich an Ihr Smartphone oder Ihr Lesegerät. Dort wird Ihnen nicht nur der aktuelle Glukosewert angezeigt, sondern Sie erhalten auch eine Information darüber, ob er in nächster Zukunft ansteigt oder fällt. Somit erhalten Sie auf einen Blick einen raschen Überblick über den Verlauf Ihrer Glukosewerte.

Glukosewerte im Blick

Die Kontrolle der Glukosewerte ist für Menschen mit Diabetes bedeutsam, da sie zeigt, ob die Glukose im Normbereich liegt oder ob zu hohe oder niedrige Glukosewerte auftreten. Dies ist wichtig, da erhöhte Glukosewerte große und kleine Blutgefäße sowie die Nerven beinträchtigen und damit das Gehirn, die Augen, die Nieren, das Herz, die Sexualorgane oder auch die Füße schädigen. Sinken die Glukosewerte unter einen kritischen Wert (unter 70 mg/dL bzw. 3,9 mmol/L), so können bei einer Behandlung mit Insulin gefährliche Unterzuckerungen auftreten. Gleichzeitig lässt sich durch CGM gut erkennen, wie sich Ernährung, Bewegung, Stress oder Medikamente auf den Blutzucker auswirken und ob Anpassungen nötig sind.

Kurz gesagt: Wer seine Glukosewerte kennt, behält die Kontrolle über die eigene Gesundheit und kann den Alltag mit Diabetes sicherer und selbstbestimmter gestalten.

»CGM ist mit dem Armaturenbrett eines Autos vergleichbar, da angezeigt wird, ob der Diabetes rund läuft oder ob mögliche Probleme auftreten oder sich anbahnen.«

Im Vergleich zu der Blutzuckermessung, die wie ein einzelnes Foto nur eine gelegentliche Momentaufnahme des Glukosespiegels ermöglicht, zeichnet CGM wie bei einer Filmaufnahme kontinuierlich Glukosewerte auf. Dies bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich. Blutzuckermessungen und das damit verbundene, oft auch schmerzhafte Stechen in den Finger entfallen bzw. erfolgen nur noch zu Kontrollzwecken.

Blutzucker- oder Glukosewerte?

Zucker ist der wichtigste Energielieferant für den Körper und wird auch als Glukose bezeichnet – daher können sowohl der Begriff „Blutzucker“ als auch „Glukose“ verwendet werden.

  • Bei der Blutzuckermessung wird ein winziger Tropfen Blut aus der Fingerkuppe auf einen Teststreifen gegeben, der von einem Messgerät ausgewertet wird und anzeigt, wie viel Zucker (Glukose) sich in dem Blut befindet.
  • Bei CGM wird mithilfe eines Sensors der Glukosespiegel in der Gewebeflüssigkeit (zwischen den Zellen) gemessen – daher spricht man bei CGM eher von Glukosewerten.

Ein kurzer Blick auf Ihr Smartphone oder das Lesegerät zeigt den aktuellen Glukosewert an. So können Sie einschätzen, ob sich die Glukose im Zielbereich befindet oder die Glukosewerte zu hoch oder zu niedrig sind. Wenn Sie möchten, können Sie sich auch den Glukoseverlauf der letzten Stunden oder Tage anzeigen lassen, um zu überprüfen, ob Ihre Glukosewerte in Ordnung sind.

 

Display Glukose in Range

Trends erkennen …

Die Pfeile neben dem aktuellen Glukosewert – sogenannte Trendpfeile – zeigen Ihnen zusätzlich an, in welche Richtung sich Ihr Glukosespiegel in den nächsten 15 Minuten bewegen wird. Das gibt Ihnen zusätzliche Sicherheit und die Möglichkeit, proaktiv zu handeln, um Glukoseentgleisungen zu vermeiden. Ein Pfeil nach oben zeigt an, dass die Glukose ansteigt, ein horizontaler Pfeil, dass die Glukose gleichbleibt, und ein Pfeil nach unten, dass die Glukose sinkt. >>>

Aber keine Sorge: Trendpfeile ändern sich ständig, da sich der Glukosespiegel im Blut ebenfalls ständig ändert – etwa, wenn Sie etwas Kohlenhydrathaltiges gegessen oder sich bewegt haben.

Feedback zu Ernährung und Bewegung

Verschiedene Lebensmittel wirken sich günstig oder auch ungünstig auf Ihre Glukosewerte aus. Mit CGM können Sie dies selbst erkennen, da Sie den Glukoseverlauf nach einer Mahlzeit verfolgen können:

  • Steigt die Glukose rasch an? Wie hoch ist der Anstieg?
  • Wie lange dauert es, bis sich die Glukosewerte wieder normalisieren?

All diese Fragen können Sie beantworten, wenn Sie Ihre CGM-Werte genauer unter die Lupe nehmen. So erkennen Sie, welche Nahrungsmittel sich eher negativ und welche sich eher positiv auf Ihre Glukosewerte auswirken. Dasselbe gilt auch für die Bewegung. Zu erkennen, wie wohltuend sich ein längerer Spaziergang auf Ihre Glukosewerte auswirkt, kann sehr motivierend sein. CGM gibt Ihnen damit ein gutes Feedback, wie es um Ihre Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten steht und wie Sie diese verbessern können. >>>

Anne (56 Jahre), Typ-2-Diabetes-Therapie, ohne Insulin

» gelb
Es ist unglaublich, wie viel ich mit CGM über meine Ernährung und Bewegung gelernt habe. Ich wusste gar nicht, in wie vielen Lebensmitteln Zucker enthalten ist und wie hilfreich ein wenig Bewegung am Tag sein kann. Durch CGM habe ich erkannt, welche Lebensgewohnheiten ich ändern muss. CGM motiviert mich sehr, mich gesünder zu ernähren und öfter die Treppe statt den Aufzug zu nutzen.

Schutz vor zu niedrigen und hohen Werten

Insbesondere bei einer Insulintherapie können die Glukosewerte bei Diabetes auch einmal viel zu hoch oder zu niedrig sein. Diese Über- oder Unterzuckerungen sind ungesund, unangenehm und können mitunter auch gefährlich sein. Um davor geschützt zu sein, warnt Sie das CGM-System bei Über- oder Unterschreiten bestimmter Glukosegrenzwerte mit einem Alarm. So haben Sie genügend Zeit, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen und Über- oder Unterzuckerungen zu vermeiden. Die meisten Menschen mit Diabetes, die CGM benutzen, empfinden dies als sehr entlastend und fühlen sich sicherer. >>>

Ute trinkt Kaffee

Du bist nicht allein

Zusätzlich für Sicherheit kann die Möglichkeit sorgen, die Glukosedaten mit anderen Personen zu teilen. So können Angehörige beispielsweise den Glukoseverlauf mitverfolgen, wenn Sie alleine leben. Sie können die Glukosewerte auch mit Ihrem Arzt oder Diabetesteam teilen, sodass diese ein detailliertes Bild Ihres Glukoseverlaufs erhalten und Ihnen Tipps zur Optimierung Ihrer Therapie geben können. Das Teilen von Daten ist eine freiwillige Entscheidung und kein Muss. >>>

Heinz (48 Jahre), Typ-2-Diabetes, Insulintherapie

» gelb
Seit ich meine Glukosedaten mit meinem behandelnden Arzt teile, sind die Besprechungen mit ihm viel effektiver. Er sieht auf einen Blick, was an der Therapie verbessert werden kann.

Testen Sie Ihr Wissen

Bei den folgenden Fragen ist jeweils nur eine Antwort richtig.

Wo misst ein CGM-System den Glukosespiegel?
 
 
 
Was zeigt ein Pfeil nach oben neben dem aktuellen Glukosewert an?
 
 
 
Ab welchem Wert spricht man von einer Unterzuckerung?
 
 
 
Welchen Vorteil hat CGM im Vergleich zur herkömmlichen Blutzuckermessung?
 
 
 
Welche zusätzliche Funktion kann ein CGM-System bieten?