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Kontinuierliche Messung der Glukose

Mehr Sicherheit und leichtere Anpassung der Therapie mit CGM

Wenn Sie Insulin spritzen, bietet CGM viele Vorteile, um Ihre Therapie einfacher, sicherer und erfolgreicher zu gestalten.

In diesem Modul erfahren Sie mehr über die basal unterstützte orale Insulintherapie (BOT) und darüber, wie Sie Ihre Insulindosis im Alltag selbst anpassen können.

Warum Basalinsulin?

Wenn trotz Veränderung der Lebensgewohnheiten und Medikamenten die Glukosewerte zu hoch sind, deutet dies darauf hin, dass die vom Körper produzierte Menge an Insulin nicht ausreicht, um den Zucker in die Zellen zu transportieren. Der Körper produziert zwar noch Insulin, dies ist aber nicht mehr ausreichend und nicht wirksam genug, um die Glukosewerte zu normalisieren. Das Spritzen von Basalinsulin unterstützt daher Ihre Bauchspeicheldrüse dabei, dem Körper die zusätzlich benötigte Menge an Insulin zur Verfügung zu stellen. Da häufig zusätzlich zum Insulin auch noch Medikamente eingenommen werden, um die Gefäße zu schützen und die Regulation der Glukosewerte zu unterstützen, wird diese Therapieform auch BOT genannt.

Anpassung der Therapie durch Titration der Insulindosis

Die notwendige Dosis des Basalinsulins kann sich ändern und sollte daher regelmäßig überprüft werden. Entweder überprüft Ihr behandelnder Arzt regelmäßig Ihre Dosis oder er gibt Ihnen ein Schema mit, mit dessen Hilfe Sie im Alltag Ihre Insulindosis selbst anpassen können. Dies hat den großen Vorteil, dass Sie rasch reagieren können, wenn die Glukosewerte über einen längeren Zeitraum zu hoch sind oder eine Unterzuckerung aufgetreten ist.

Selbstständig die Insulindosis anpassen

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, wie Sie Ihre Insulindosis mithilfe von CGM selbstständig anpassen können.

Ziffer im Kreis 1 Einzelne Glukosewerte analysieren:

Prüfen Sie, ob die Glukosewerte nüchtern (vor dem Frühstück) an mindestens zwei von drei Tagen zu hoch oder zu niedrig sind. Hierfür müssen Sie prüfen, ob 2 von 3 Nüchternwerte ober- oder unterhalb Ihres Zielbereiches (z.B. 81 mg/dL – 125 mg/dL bzw. 7.1 mmol/L – 7.8 mmol/L) liegen.

  • Wenn nein: Ändern Sie die Insulindosis nicht.
  • Wenn ja: Erhöhen oder reduzieren Sie die Insulindosis (Titration) entsprechend eines einfachen Schemas Ihrer Ärztin/Ihres Arztes. Treten Unterzuckerungen auf, sollten Sie entsprechend Ihrem Insulinschema weniger Insulin spritzen oder ihren Arzt/Ärztin aufsuchen (Siehe Beispiel unten).

Ziffer im Kreis 2 Gesamtheit der Glukosewerte analysieren:

Eine andere – noch einfachere Methode – besteht darin, sich jedes Mal, wenn Sie den Sensor wechseln, die Auswertung Ihrer Glukosewerte genauer anzuschauen. Zeit im Zielbereich: Wenn die Zeit im Zielbereich > 70 % (bei älteren Menschen, bei Hypogefahr > 50%) beträgt: Ändern Sie die Insulindosis nicht. Wenn die Zeit im Zielbereich < 70 % (bei älteren Menschen, bei Hypogefahr < 50 %) beträgt: Erhöhen Sie die Insulindosis (Titration) entsprechend einem einfachen Schema Ihrer Ärztin/Ihres Arztes.

Zeit im Zielbereich:

  • Wenn die Zeit im Zielbereich > 70 % (bei älteren Menschen, bei Hypogefahr > 50%) beträgt: Ändern Sie die Insulindosis nicht.
  • Wenn die Zeit im Zielbereich < 70 % (bei älteren Menschen, bei Hypogefahr < 50 %) beträgt: Erhöhen Sie die Insulindosis (Titration) entsprechend einem einfachen Schema Ihrer Ärztin/Ihres Arztes.

Zeit unterhalb des Zielbereichs („Niedrig-Bereich“):

  • Wenn die Zeit unterhalb des Zielbereichs < 3 % (bei älteren Menschen, bei Hypogefahr < 1%) beträgt: Ändern Sie die Insulindosis nicht.
  • Wenn die Zeit unterhalb des Zielbereichs > 3 % (bei älteren Menschen, bei Hypogefahr > 1%) beträgt oder irgendwann im Verlauf des Tages oder der Nacht ein Glukosewert unter 54 mg/dL (3,0 mmol/L) auftritt: Verringern Sie die Insulindosis (Titration) entsprechend einem einfachen Schema Ihrer Ärztin/Ihres Arztes. Bitte nehmen Sie auch Kontakt mit Ihrer/m behandelnden Ärztin/Arzt auf.

Beispiel-Tabellen zur Insulinanpassung

Display Niedrigalarm

Keine Angst vor Unterzuckerungen

Wenn Sie Insulin spritzen, kann es auch zu niedrigen Glukosewerten kommen. Befindet sich zu viel Insulin im Verhältnis zur aufgenommenen Nahrung im Blut, können Unterzuckerungen auftreten. Aber keine Sorge: Mit der Funktion „Tief-Alarm“ werden Sie gewarnt, wenn die Glukosewerte sehr stark absinken. Dann haben Sie noch genügend Zeit, um einer drohenden Unterzuckerung entgegenzuwirken.

Gewicht und Insulintherapie

Eine Insulintherapie kann zu einer Gewichtszunahme führen. Wenn Sie Ihre Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten mithilfe von CGM genauer unter die Lupe nehmen und verändern, können Sie dem aktiv entgegensteuern und Gewicht abnehmen. Gelingt Ihnen dies in deutlichem Ausmaß, haben Sie sogar die Chance, Insulin einzusparen oder es vielleicht sogar ganz abzusetzen.

»Einmal Insulin bedeutet nicht zwangsläufig immer Insulin.«

Testen Sie Ihr Wissen

Warum wird Basalinsulin bei Typ-2-Diabetes eingesetzt?
 
 
 
Was ist das Ziel einer Basal unterstützten oralen Therapie (BOT)?
 
 
 
Wann sollte die Basalinsulindosis überprüft oder angepasst werden?
 
 
 
Welche Vorteile bietet die selbstständige Anpassung der Basalinsulindosis mit CGM?
 
 
 
Was sollten Sie tun, wenn die Zeit unterhalb des Zielbereichs > 3 % beträgt oder Werte unter 54 mg/dL (3,0 mmol/L) auftreten?